Das Oktober-Treffen der SAGE, der Strategic Advisory Group of Experts on Immunization der WHO brachte eine ungewöhnliche Aufforderung: alle Länder mögen bitte sofort aufhören, Jungen gegen HPV zu impfen (WHO 2019, Arie 2019). War der WHO doch noch aufgefallen, dass das Risiko für Gebärmutterhalskrebs bei Jungen tatsächlich relativ gering ist (s. auch hier)?

nicht sein kann, was nicht sein darf. Dieses Zitat war wohl der Leit- (Morgen-)Stern über der neuesten HPV-Publikation des Robert Koch-Instituts (RKI): dem "Faktenblatt zu HPV-Impfung" (RKI 2019a und b), das mittlerweile in einer zweiten Auflage erschienen ist.

Als wäre die Geschichte der HPV-Impfung nicht schon reich genug an Kuriositäten und Skandalen - jetzt kritisieren führende Experten der bis jetzt renommierten Cochrane Collaboration (Jørgensen 2018) scharf die HPV-Stellungnahme, die ihre Cochrane-Kollegen im Frühjahr diesen Jahres veröffentlichten (Arbyn 2018) .

... das untersuchte Mitte Dezember das Investigativ-Magazin Report Mainz der ARD - und bestätigte längst Befürchtetes und Bekanntes:

Monate vor der eigentlich üblichen Aktualisierung der STIKO-Empfehlung im August eines jeden Jahres veröffentlichten RKI und STIKO schon im Juni 2018 die Empfehlung der HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs für Jungen und junge Männer. Was steckt dahinter?