In den zahllosen Medienbeiträgen zum Thema Impfpflicht der letzten Tage und Wochen wird eins klar: die Allerwenigsten, die sich berufen fühlen, in irgendein Mikrophon zu sprechen, argumentieren mit soliden Fakten oder gar korrekten Zahlen (s. hier). Daher finden Sie hier die offiziellen Zahlen des in Deutschland für diese Fragen zuständigen Robert Koch-Instituts RKI, bezogen auf die einzelnen Bundesländer.

Auch im April 2019 warnen die europäischen Gesundheitsbehörden ECDC ausdrücklich vor einer (Wieder-) Zunahme von Masernfällen auch und gerade in Ländern, die die Masern schon eliminiert oder stark eingedämmt hatten - als besonders problematisch werden hier mit den höchsten Fallzahlen im Februar 2019 namentlich genannt:

In der aktuellen hysterisierten Diskussion über eine Masernimpfpflicht ziehen zunehmend amerikanische Verhältnisse in die deutsche Politik ein, frei nach der offenbar zeitgemäßen Devise: "Was scheren mich die Fakten, wenn ich doch genau weiß, was ich erreichen will".

Die (zwischen-) menschlichen Auswirkungen, die es hätte oder haben könnte, wenn eingreifende Vorsorgemaßnahmen, die an gesunden Menschen vorgenommen werden, plötzlich staatlich angeordnet würden, sind in der Diskussion um eine Impfpflicht bisher wenig thematisiert worden.

Jede Impfung ist faktisch und - auch wenn das von impfeuphorischer Seite immer wieder beklagt wird - auch juristisch eine Körperverletzung, die Impfung eines Kindes darüber hinaus auch noch vorgenommen an jemandem, für den Andere - in der Regel seine Eltern - das Sorge- und Bestimmungsrecht innehaben. Dies setzt dem Staat enge Grenzen, hier gegen den Willen des Einzelnen oder der Eltern, Impfungen verpflichtend vorzuschreiben.